Dienstag, 1. Januar 2013

Böhmische Schweiz 28.12.2012 bis 01.01.2013

Das 4. Iwalk-Silvester sollte ein voller Erfolg werden. Unser Quartier in Dittersbach (Jetřichovice) war sehr annehmbar, die gemütliche Kneipe „Dřevák“ wurde zu unserem Stammlokal. Stimmung und Wetter waren prima. 3 Iwalker reisten bereits am Freitag an und nutzten die phantastische Fernsicht, um den Ausblick vom Kreuzberg bei Rennersdorf (Rynartice) zu genießen. Wuchtig erhebt sich der Kaltenberg (Studenec) südlich des Ortes – er sollte unser Ziel für den Sonntag sein:



Nach Westen geht der Blick über Dittersbach (Jetřichovice) zum Rosenberg (Růžovský vrch; links) und zum Hohenleipaer Schloßberg (rechts). Am Horizont erkennt man angeschnitten den Hohen Schneeberg und die beiden Zschirnsteine:



Rechts anschließend sind auf dem nächsten Bild im Vordergrund die Dittersbacher Felsen zu sehen (von links nach rechts: Falkenstein, Rabenstein, Marienfelsen, Wilhelminenwand). Dahinter stehen der Hohenleipaer Schloßberg (links) und der breite, buchenbestandene Gohlisch. Im Hintergrund lassen sich die sächsischen Steine und der Winterberg ausmachen:



Am Sonnabend trafen 3 weitere Iwalker ein und zu sechst tippelten wir über die oben erwähnten Dittersbacher Felsen:


Marienfelsen
Rudolfstein
Dittersbacher Felsen

Nördlich von Hohenleipa liegt die Burgruine Schaunstein:











Weiter ging es durch Hohenleipa (Vysoká Lípa), wo wir uns den Friedhof ansahen. Viele deutsche Gräber sind wie auch in den anderen Dörfern noch erhalten:


Friedhof Hohenleipa
Friedhof Dittersbach
Nun stiegen wir zur Ruine der Grundmühle ins Kamnitztal hinab und folgten dann einem Bach bis Dittersbach.

Am Sonntag erklommen wir den Kaltenberg (Studenec, 736 m). Durch den schönen Paulinengrund folgten wir dem Lauf des Kreibitzbaches (Chřibská Kamenice). Dann ging es den Kaltenbach hinauf durch das gleichnamige Dorf (Studený).

Je höher wir kamen, um so kälter und windiger wurde es. 

Der Basalt-Gipfel war gänzlich mit einer verharschten Schneedecke verhüllt. Mutige bestiegen den 2009 wiedereröffneten Turm. Die Sicht war aber sehr trüb. Deshalb sollen Fotos aus besseren Tagen den herrlichen Ausblick zeigen:

Blick vom Turm nach Nordwesten (22.04.12)

Auf dem oberen Bild geht der Blick über Hohenleipa in die Sächsische Schweiz. Die Zschirnsteine (links) und der Große Winterberg (rechts) sind deutlich zu erkennen.
Auf der Südseite kann man über eine der Blockhalden weit ins Lausitzer Gebirge blicken: Ganz hinten, in der Mitte, erkennt man sogar den Jeschken (Ještěd) bei Reichenberg (Liberec). Rechts erhebt sich der regelmäßige Kegel des Kleis (Klíč):

Blick nach Südosten (14.11.10)
Über eine herrliche Wiese südlich des Kaltenberges liefen wir weiter und in in einem Bogen um das Kaltenbachtal zum Ort Kaltenbach (Studený) zurück. Dabei begegneten wir einer Herde Gämsen an einer Wildfütterung und erschraken über einen Rotwildkadaver am Wegesrand. Auf einem lieblichen Sandsteinriff machten wir Rast, als sich die Sonne kurz blicken ließ:

  
Für den Rückweg nach Dittersbach wählten wir die sogenannte Steinrinne:












Zu Silvester wanderten wir über aussichtsreiche Wiesen nach Schemmel (Všemily). Blick über Dittersbach zu den Dittersbacher Felsen: Wilhelminenwand, Marienfelsen (Mitte), Rabenstein:



In Schemmel gibt es etliche gut erhaltene Umgebindehäuser und eine berühmte Felsenkapelle:


Felsenkapelle
Alte Schule
Schemmel mit Rosenberg

Noch mal hoch und runter erreichten wir abermals die Grundmühle an der Kamnitz, machten eine Pause und tippelten nun zu acht weiter hinauf nach Hohenleipa (Vysoká Lípa) und auf den Schloßberg. Der bietet eine herrliche Aussicht in fast alle Richtungen. Nach Osten geht der Blick zu den Dittersbacher Felsen und dem Lausitzer Gebirge mit dem Tannenberg (Jedlová) und dem Kaltenberg (Studenec):



Im Süden thront der Rosenberg über Hohenleipa. Nach Westen sieht man bis zum Hohen Schneeberg und den Zschirnsteinen:


Blick nach Westen
Kaltenberg










Nach einem fröhlichen Silvesterabend machten wir uns am Neujahrstag zu einem letzten Latsch auf. Wir liefen über Schemmel und dann einen unbekannten Grund nach Süden hinauf zum Ottenberg (Větrný vrch). Trotz der trüben Sicht und eines frischen Windes wagten sich drei Iwalker hinauf, um die grandiose Sicht über die Böhmische Schweiz zu genießen.


Blick vom Ottenberg nach Südwesten

Mit einer letzten Einkehr im „Dřevák“ gingen die schönen Tage würdig zu Ende...

Samstag, 15. Dezember 2012

Zum Rabenauer Grunde

Neue Brücke beim Bahnhof Rabenau

Bereits zum vierten Male fand unsere Adventswanderung mit der obligatorischen Einkehr im "Gasthaus zum Rabenauer Grunde" statt. Dieses Jahr brachte uns nicht die Bimmelbahn nach Malter, sondern der Bus bis zur Dippser Heide. Der Eisregen hinterließ hier draußen deutlich weniger Glätte, als auf den Fußwegen der Stadt. Bei leichtem Niesel tippelten wir zügig auf gespurten oder geräumten Wegen, aber stets im matschigen Schnee durch die Dippser Heide. Das große Tauen hatte begonnen. Über die Heidemühle und den Einsiedlerstein erreichten wir bald Seifersdorf. Nun begleiteten wir die Rote Weißeritz auf ihrem Weg nach Norden durch den Spechtritzgrund und den Rabenauer Grund. Pünktlich gegen 13 Uhr kamen wir nach 3,5 h Gelatsche am Gasthaus an. Wir 12 Iwalker (w:m = 6:6) wurden erwartet und waren bis 15 Uhr auch die einzigen Gäste. Einmal mehr wurden wir mit allerlei raffinierten Speisen verwöhnt und von der Wirtin informativ und humorvoll unterhalten. Die Bilder sprechen für sich (Danke, Zwinki). Gegen 16 Uhr machten wir uns mit der S-Bahn auf den Heimweg. Nun kann der Weihnachtsmann ruhig kommen, wenn er will...


Rote-Beete-Orangen-Suppe

Wurzelsüppchen
Spaghetti aglio olio peperoncini


Hackschnitzel
Lammhaxe

Honigapfel

Mittwoch, 21. November 2012

Lausitzer Bergland

Genau wie vor einem Jahr machten sich immerhin 13 Iwalker zu einer gemütlichen Tour ins Lausitzer Bergland auf. Der Zug brachte uns pünktlich bis ins Steinbruchdorf Demitz-Thumitz. Vom Bahnhof liefen wir zügig zum Klosterberg. Zahlreiche Steinbrüche im Lausitzer Granit haben interessante Strukturen in die ansonsten wenig abwechslungsreiche Landschaft gebracht. Kleine und große, stillgelegte und aktive, finstere und offene Löcher klaffen im und am Berg. Überwachsene Halden, alte Mauern, Fundamente und Säulen, alte Feldbahntrassen finden sich überall im Wald und zeugen von einem einstmals regen Bergbau.


Stillgelegter Steinbruch

Aktiver Steinbruch

 







Die Steinbrüche am Tröbigauer Berg laden im Sommer zum Baden ein.

Erst wenige Jahre stillgelegter Bruch
Bei recht milden Temperaturen, trübem, aber nicht nebeligem Wetter und einem frischen Wind tippelten wir nun rasch zum Picho, um in die dortige Baude einzukehren. Wanderer trafen wir unterwegs kaum. Dafür kamen wir an einer verwilderten Apfelbaumwiese vorbei. Etliche schmackhafte Früchte hingen noch an den Bäumen, wir füllten unsere Rucksäcke. Da die Baude aber auch mit dem Auto erreichbar ist, war sie zum Feiertag entsprechend gut gefüllt. Dennoch fanden alle Platz. Dicke Luft und ein gewisser DDR-Charme ertwarteten uns drinnen. Essen gut, Stimmung gut, alles gut... Zum Bahnhof Wilthen war es dann nicht mehr weit, dunkel wurde es auch langsam. Fazit: Rundherum ein gelungener Feiertagslatsch.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Böhmisches Mittelgebirge

Zum letzten Mal in diesem Jahr fuhr der Wanderexpreß nach Leitmeritz. Das wollten wir noch einmal nutzen. Der Wetterbericht versprach Sonne und so füllte sich der Zug reichlich. Wir waren nur zu viert, aber es müssen ja nicht immer gleich 20 sein, so wie im letzten Jahr. In Sachsen schien schon früh die Sonne, doch ab Aussig (Usti) kam eine dichte Hochnebeldecke auf.

Ein ungefähres Ziel stand fest, die Route wählten wir mehr oder weniger spontan. Wir stiegen in Velké Žernoseky (Groß Tschernosek) aus und erklommen straffen Schrittes die Radebeule (Radobýl). Der unter Naturschutz stehende Basaltkegel beeindruckt mit einem riesigen Steinbruch und einer herrlichen Sicht über Leitmeritz (Litoměřice) ins Böhmische Becken. Leider war es sehr diesig. Oben unterhielten wir uns kurz mit einem jungen deutschen Deutschlehrer aus Leitmeritz.

Weiter ging es durch verschlafene böhmische Dörfer und eine Obstbaumplantage zur Burg Kamaik (Kamýk). Etliche Äpfel hingen noch an den Bäumen. Kurzerhand schlugen wir uns die Bäuche und Rücksäcke voll. Der Himmel riß zunehmend auf, Klärchen lutschte den Hochnebel weg und die Sicht besserte sich. Der Aufstieg zum Burgfried ist seit diesem Jahr mit einem Gittertor verwehrt, aber für Geübte zu überklettern. (Bilder links und Mitte vom 20.08.2011)
Burg Kamaik (Kamyk)

Burg Kamaik
Blick zum Lobosch (Lovos)

Unser eigentliches Ziel war der Eisberg (Plešivec). Auf dem Weg zum Gipfel wanderten wir durch bunte naturnahe Wälder aus Eichen, Ahornen, Hainbuchen und einigen starken Elsbeeren (Sorbus torminalis). Die Verwandte der Vogelbeere ist eine Besonderheit des Böhmischen Mittelgebirges und leuchtet jetzt mit ihrem orange-gelben Laub. Der Pfad führte uns dann über ausgedehnte Blockhalden mit uralten Linden und Eichen. Am Eisberg halten sich in sogenannten Eislöchern bis zum Anfang des Sommer noch Schneereste.












Über Kamaik liefen wir nun zügig zum Dreikreuzberg (Kalvarie). Das Licht wurde immer besser und der Blick an der "Porta Bohemica" genannten Stelle war einmalig schön und lud zum Verweilen ein. Hier weitet sich von Norden kommend das Elbtal auf und man erreicht das Böhmische Becken, das Kernland Böhmens. Alte gesetzte Mauern zeugen vom einstigen Weinbau. Am trocken-heißen Felsen leben auch Smaragd-Eidechsen.

Porta Bohemica
Dreikreuzberg


Weinberge und die Radebeule

















Gemütlich stiegen wir zur Elbe ab und schlenderten am Strom zum Ausgangspunkt. Fazit: Ein rundherum gelungener Wandertag. Dank an Torsten für die Initiative!

Sonntag, 2. September 2012

Königsbrücker Heide

Nach zwei Wochen Pause fand gleich die nächste Radtour bei Iwalk statt. Einmal rund um die Königsbrücker Heide sollte es gehen (im Uhrzeigersinn). 4 Iwalker fuhren mit dem Zug bis Königsbrück, 4 Iwalker radelten (zumindest gemeinsam) ab Langebrück. Zügig strampelten wir die 20 km in einer Stunde ab. In der sehr frischen Luft und bei der tiefstehenden Sonne fuhr es sich wunderbar. Die Route über Schönborn, Seifersdorf, Lomnitz und Höckendorf ist sehr angenehm zu fahren. Eine schöne Strecke und wenig Autoverkehr. 10:15 Uhr sammelten sich alle (w:m = 6:2) am Bahnhof. Durch Stenz und das Pulsnitztal radelten wir zur ehemaligen Grünmetzmühle. Unsere erste Rast legten wir am See (eigentlich Teich) der Freundschaft ein, wo auch gleich ein Schlauch geflickt werden mußte. 

Am See der Freundschaft

Ziemlich sandig und holprig ging es weiter zu den Biberstauen bei Glauschnitz und dann weiter bis zur Straße, dann auf einem Waldweg nach Norden bis Röhrsdorf. Hier machten wir einen Abstecher zu den Schindelteichen. Zwei Ameisenhaufen an den Stützen der Schutzhütte und jede Menge Müll luden nicht gerade zum Verweilen ein. Der größere Teich war nur halb voll, weil der Damm beschädigt war. Unterhalb beginnt wie am See der Freundschaft die Sumpfwildnis. Meister Bockart setzt alles unter Wasser. Seine Burg konnten wir unweit des Dammes ausfindig machen. Zurück in Röhrsdorf fuhren wir den Weg weiter nach Norden durch den Wald bis Lüttichau. Hier bogen wir abermals in die Heide ab. Ein kurzer Rundweg führt seit einigen Jahren an das ehemalige Flugfeld heran zu einem kleinen Aussichtsturm. Unweit befand sich einst das Dorf Zochau, das wie 8 weitere Dörfer dem Truppenübungsplatz weichen mußte. Die Heide stand in voller Blüte, es duftete und summte. An vielen Stellen am Rande des NSG haben die Imker Bienenwagen oder -kästen aufgestellt. Echter Heidehonig wird das. Leider verzog sich ab nun die Sonne und es wurde merklich kühler.

Blühende Heide (Calluna vulgaris)

Nachdem wir die Heide verlassen hatten, sausten wir die Straße über Böhla nach Kroppen. Der Ort liegt bereits in Brandenburg. Die Landesgrenze ist hier identisch mit der alten Grenze zwischen den Königreichen Sachsen und Preußen. Hier zogen wir eine Schleife durch den verträumten Landschaftspark.

Pulsnitz in Kroppen
Park Kroppen









Lange radelten wir nahezu eben durch Kiefernwälder nach Osten. Im sächsichen Zeißholz drehten wir eine Runde durch ein sehr schönes Teichgebiet.

Großteich Zeißholz
Großteich Zeißholz










Die Straße führte uns weiter nach Cosel. Von da ab schwenkten wir nach Süden. Ein gut zu fahrender Waldweg zog sich leicht ansteigend und in Sichtweite etlicher Teiche an Schwepnitz vorbei. Dann ging es etwas holpriger durch Heidewald nahe der B 97 bis Schmorkau. Nach einem kurzen Stück Straße erreichten wir den Kriegsgefangenenfriedhof. Nun radelten wir zum Höhepunkt unserer Tour, dem Aussichtsturm auf dem Haselberg (Wettinhöhe). Inzwischen war es recht kühl geworden. Die Sicht von dem 34 m hohen Turm war mittelprächtig. Als Fernpunkte konnte man den Dresdner Fernsehturm oder das Kraftwerk Schwarze Pumpe ausmachen. Unter uns erstreckte sich die entstehende Wildnis. Seit nun 19 Jahren wächst hier im Süden des NSG auf Grauwackehügeln ein artenreicher Laubmischwald heran. Kaum vorstellbar, daß die Königsbrücker Heide 1993, nach dem Abzug der Russen, in weiten Teilen nahezu vegetationsfrei war, insbesondere auf den weiten Sand- und Kiesflächen nördlich der Königshöhe.

Blick vom Haselbergturm

Nun verließen wir die Heide endgültig gen Königsbrück. Auf dem Gelände des Neuen Lagers erstreckt sich anstelle der Kasernen jetzt ein riesiges Solarfeld. 17:30 Uhr kamen wir auf dem Bahnhof an. Angesichts der Abfahrt des nächsten Zuges (in einer Stunde) entschieden sich auch die Zugfahrer für's Weiterradeln. Also fuhren wir alle wieder nach Langebrück. Allerdings spalteten sich 4 Iwalker an der Marienmühle im Seifersdorfer Tal für eine kurze Einkehr noch mal ab. 

Trotz der späten Ankunftszeit war es doch eine rundrum gelungene Aktion. Die Runde an sich war 60 km lang. Ich selbst hatte am Ende 112 km auf dem Kessel.