Samstag, 19. November 2011

Schluckenauer Zipfel

Unangekündigt machten sich 6 zu allem entschlossene Iwalker auf, den Schluckenauer Zipfel auf unbekannten Wegen zu durchkreuzen. Das ungewohnte Verhältnis w:m = 1:5 läßt auf den Charakter der Tour schließen. Obwohl nicht öffentlich ausgeschrieben, wollen wir doch berichten. Bei 36 km wäre kaum noch jemand mitgekommen und je größer die Gruppe ist, umso langsamer kommt man voran. Das war dieses Mal von entscheidender Bedeutung. Die letzten 8 km liefen wir nur noch im Sturmschritt, um den Zug zu schaffen.

08:30 Uhr, Bf Neukirch West: Alle sechse fallen voller Tatendrang aus dem Zug. Gleich ging es straff 230 Höhenmeter hinauf zum Valtenberg, dann teils querfeldein über die Grenze nach Severni (Hilgersdorf). Der Ort ist nicht annähernd so besiedelt wie vor dem Krieg (1939: 1357 EW; 2001: 54 EW). Verfallene Häuser wechseln mit hübschen Anwesen und mit Brachen. Viele Grundstücke und die ganze Bachaue hat sich die Natur zurückerobert. Das macht für mich den Reiz dieser Gegend aus. Bei km 10,6 machten wir die erste Rast. So gestärkt erklommen wir den Jachym (Joachimsberg) mit seiner verfallenen Kapelle. Bald erreichten wir die Schloßruine am Teich in Lipova (Hainspach). Noch mal bergauf und bergab kamen wir nach Velky Senov (Großschönau) und querten Stare Hrabeci (Altgrafenwalde) und Knizeci, um schließlich den Höhepunkt unserer Wanderung nach km 23,3 zu besteigen: den Hrazeny (Pirschken). Mit 608 m ist er der höchste Berg des Lausitzer Berglandes. Basaltzacken krönen den aus der Granitscholle ragenden Gipfel. Nachdem wir bisher immer weiter nach Südosten ins Böhmische vorgedrungen waren, schwenkten wir nun auf Kurs Nordost. Zügig ging es durch Kunratice (Kunnersdorf) und das Karlovo Udoli (Karltal) mit seinem verwunschenen Landschaftspark. Die Zeit im Nacken wurden wir immer schneller, stürmtem quer über die Wiesen von Kralovstvi (Königswald) und erreichten die Grenze erst im Dunkeln. Erschöpft und froh zugleich trafen wir nach 36,0 km auf dem Bahnhof Neusalza-Spremberg um 17:oo Uhr ein, 6 min vor Zugabfahrt! Am schönsten ist es, wenn der Schmerz nachläßt!

Haus in Severni (Hilgersdorf)

Jachym (Joachimsberg)
Schloßteich in Lipova (Hainspach)

Hrazeny (Pirschken), Ostseite

Kralovstvi (Königswald)

1 Kommentar:

  1. Morgen gehts auf den Joachimsberg...

    http://wincontact32naturwunder.blogspot.de/

    AntwortenLöschen