Montag, 1. April 2013

Weiße Ostern


Was abzusehen war, trat wie selbstverständlich ein: Ostern im Schnee. Skifahren war einmal mehr möglich und mit einem winterlichen Osterspaziergang ließen wir das diesjährige Ostern ausklingen. Immerhin 16 Iwalker folgten dem Ruf des Osterhasen in Gestalt von Zwinki in die Sächsische Schweiz. Trotz späten Aufbruchs war der Zug ziemlich locker gefüllt, wie sonst nie zu Ostern. Vom Hp Schmilka-Hirschmühle ging es gleich straff die Stufen auf die Ebenheit bei Schöna hinauf. Die Fotos zeigen den Blick zurück zu den verschneiten Schrammsteinen auf der anderen Elbseite. Man könnte denken, es ist mitten im Winter…

Blick zum Großen Winterberg

Kaiserkrone vor Schrammsteinen
 
Schrammsteine; Elbe davor im Keller

Der anschließende Aufstieg zum Zirkelstein erforderte Trittsicherheit, griffiges Schuhwerk oder Stöcke oder alles zusammen. Jedenfalls war es arschglatt bis vereist! Das Wetter wechselte fast wie im April typisch von Schneefällen zu Sonnenschein, letzterer verwöhnte uns aber nur andeutungsweise.

Nun steuerten wir das „Panoramahotel“ Wolfsberg an und stärkten uns ein wenig. Querfeldein über die verschneiten Felder zogen wir weiter nach Nordwesten. Im Wald fand das obligatorische Osterverstecken und -suchen statt. Zum ersten Mal mit einem neuen Algorithmus: „Wald in links- und rechtswegisch eingeteilt; Gruppe A (8 Iwalker)
versteckt linkswäldlich, Gruppe B rechtswäldlich. Dann wird getauscht und gesucht. Anschließend führen die Verstecker Teilnehmer ihrer Sympathie mittels Warm-Kalt-Algorithmus zu den bisher noch nicht gefundenen Sachen.“

Danach war die Hälfte der Mitbringsel verzehrt und leicht angetrunken torkelten wir frei Nase hinunter zum Krippenbach und folgten diesem bis in den Ort. Ein lustiger Tag ging zu Ende. Nun kann aber endlich der Frühling kommen!

Borkenkäfer

Sonntag, 24. März 2013

In eisigen Höhen



Jedes Wochenende im März hieß es: „Laß uns noch mal Skifahren. Es wird das letzte Mal in diesem Winter sein.“ Weit gefehlt. Der Winter will einfach nicht enden. Nun machten sich 7 Iwalker zu einer herrlichen Skitour entlang des Kammes des Osterzgebirges auf. Der Winterexpress brachte uns durch das Müglitztal nach Altenberg. Hier war es bei etwa –15 °C schon ziemlich windig. Zügig liefen wir hinauf nach Zinnwald. Dabei wurde uns schon richtig warm. Kaum öffnete sich der Wald, blies uns ein eisiger Ostwind entgegen. Eiskristalle jagten über die gleißenden, verharschten Schneeflächen und bildeten kleine Sicheldünen. Wir fühlten uns wie auf einer Polar-Expedition…

Auf dem weiteren Weg zum Mückentürmchen (Komáří hůrka) genossen wir die kräftige Märzensonne. Nur an exponierten Stellen war der Wind noch unangenehm. In der sehr gut besuchten Gaststätte ließen wir es uns bei schmackhaften Speisen und böhmischem Bier gut gehen. Die erste Etappe war nach 14 km geschafft. Die zweite hatte es aber auf ihren 17 km in sich. Weitgehend über freie Flächen in stetigem Auf und Ab liefen wir Richtung Tyssa (Tisá). Der „Weg“ war von etlichen Skifahrern gut gespurt, verlor sich aber immer wieder auf den windexponierten, verharschten Wiesen. Darauf ließ sich in fast regelmäßigen Abständen aufgewehter Pulverschnee nieder. Es ergab sich daraus ein steter Wechsel zwischen Beschleunigung und Bremsen.

Teils auf Wanderwegen, teils auf der völlig verwehten und gesperrten Straße, teils querfeldein verlief die Loipe. Wir kamen durch mehrere Ortschaften, die nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung teilweise oder ganz aufgegeben wurden: Vorderzinnwald (Přední Cínovec), Ebersdorf (Habartice), Adolfsgrün (Adolfov), Jungferndorf (Panenská), Oberwald (Horní les).

Mehr oder weniger geschafft kamen wir nach 31 km am Ziel an. Zurück ging es mit der grenzüberschreitenden Buslinie Tyssa – Pirna.

Doch die herrliche Fernsicht bei blauem Himmel, den wir in diesem Winter fast nie sahen, machten unsere Tour zu einem wunderbaren Skiausklang. Keiner ahnte, daß man Ostern immer noch die Bretter anschnallen kann…



Sonntag, 10. Februar 2013

Pfaffen- und Pabststein

Ständig ist der Himmel grau... Doch wenn wir wandern, dann scheint die Sonne! Zu fünft und teils hustend machten wir einen gemütlichen Latsch von Königstein über den Pfaffenstein und dem Pabststein zum Bahnhof Schandau. Zunächst war es trotz Sonneschein noch recht trüb, doch bis zum Nachmittag besserte sich die Sicht deutlich. Interessante Perspektiven taten sich auf. Siehe unten. Nach der Besteigung des Pfaffensteins folgten wir einem Pfad unterhalb der Felsen zum Fuß der Barbarine. Das kennen nur die wenigsten. Den Gohrisch ließen wir nicht links, sondern rechts liegen. Auf dem Pabststein war vergleichsweise viel los, die Gaststätte sehr voll. Dennoch fanden wir noch Platz und konnten uns stärken. Eine kleine, aber feine Wanderung mit schönen Winterstimmungen.


Beim Aufstieg zum Pfaffenstein durch das Nadelöhr blickt man zurück über Pfaffendorf zum Lilienstein.

Starke Tele-Aufnahme: Am Osthang des Kohlbornsteins vorbei geht der Blick über die Kaiserkrone zum Kaltenberg mit seinen verschneiten Blockhalden. Das sind 24 km Luftlinie.

Die Barbarine am Pfaffenstein von ihrer schönsten Seite (im Profil, blickt nach rechts).
 
Tele-Aufnahme: Blick über Kleinhennersdorf und die Elbe (im Keller) zum Falkenstein und den Schrammsteinen. Im rechten Teil der großen "Zahnlücke" erkennt man die Affensteine mit dem Bloßstock und am Horizont den Weifberg mit Turm bei Hinterhermsdorf. Das sind 16 km Luftlinie.

Blick vom Pabststein über Pabstdorf nach Südosten: Links der bewaldete Kohlbornstein, dahinter der Große Winterberg; mittig die Lasensteine, dahinter der Rosenberg (und dann das Lausitzer Gebirge); rechts angeschnitten der Kleine Zschirnstein.

Noch eine Tele-Aufnahme: Der Zirkelstein erscheint genau vor dem Rosenberg. Dazwischen fließt noch die Elbe. Das sind ebenfalls 16 km Luftlinie.

Sonntag, 13. Januar 2013

Winterlatsch

Nachdem der Dauerregen zu Beginn des Jahres vorrüber war, sackten die Temperaturen schlagartig ab und Frau Holle verzauberte die Landschaft mit einer herrlich weißen Zuckerdecke. Kurzerhand fanden sich schnell 10 Iwalker zusammen, um durch die Steene zu tippeln. Von Schmilka ging es rasch bergauf zur Kipphornaussicht, immer wieder lohnend:

Blick vom Kipphorn zu den Schrammsteinen
Verzauberter Buchenwald auf dem Großen Winterberg

Weiter liefen wir den Müllerwiesenweg, den Roßsteig bis zum Zeugaus. Die Goldsteinaussicht nahmen wir auch mit. Unser nächstes Ziel war nun der Winterstein (Hinteres Raubschloß), dessen Erstürmung über die vereisten Stufen im Felsen nicht ganz ohne war.

Blick vom Hinteren Raubschloß zum Kleinen Winterberg

Über das Heringsloch erreichten wir den Reitsteig. Selten sprudelt der Bach durch das Heringsloch so kräftig. Die meiste Zeit des Jahres ist er trocken. Als Abstieg nach Schmilka wählten wir die Stielige Heike, äh die Heilige Stiege. Zuvor genossen wir noch bei deutlich anziehender Kälte den schönen Sonnenuntergang. Die obligatorische Einkehr beim Wolfgang in Schmilka geriet wegen der fortgeschrittenen Zeit zum Schnellimbiß. Ein herrlicher Winterlatsch eben. Dank an Zwinki für die Initiative und die schönen Fotos.


Dienstag, 1. Januar 2013

Böhmische Schweiz 28.12.2012 bis 01.01.2013

Das 4. Iwalk-Silvester sollte ein voller Erfolg werden. Unser Quartier in Dittersbach (Jetřichovice) war sehr annehmbar, die gemütliche Kneipe „Dřevák“ wurde zu unserem Stammlokal. Stimmung und Wetter waren prima. 3 Iwalker reisten bereits am Freitag an und nutzten die phantastische Fernsicht, um den Ausblick vom Kreuzberg bei Rennersdorf (Rynartice) zu genießen. Wuchtig erhebt sich der Kaltenberg (Studenec) südlich des Ortes – er sollte unser Ziel für den Sonntag sein:



Nach Westen geht der Blick über Dittersbach (Jetřichovice) zum Rosenberg (Růžovský vrch; links) und zum Hohenleipaer Schloßberg (rechts). Am Horizont erkennt man angeschnitten den Hohen Schneeberg und die beiden Zschirnsteine:



Rechts anschließend sind auf dem nächsten Bild im Vordergrund die Dittersbacher Felsen zu sehen (von links nach rechts: Falkenstein, Rabenstein, Marienfelsen, Wilhelminenwand). Dahinter stehen der Hohenleipaer Schloßberg (links) und der breite, buchenbestandene Gohlisch. Im Hintergrund lassen sich die sächsischen Steine und der Winterberg ausmachen:



Am Sonnabend trafen 3 weitere Iwalker ein und zu sechst tippelten wir über die oben erwähnten Dittersbacher Felsen:


Marienfelsen
Rudolfstein
Dittersbacher Felsen

Nördlich von Hohenleipa liegt die Burgruine Schaunstein:











Weiter ging es durch Hohenleipa (Vysoká Lípa), wo wir uns den Friedhof ansahen. Viele deutsche Gräber sind wie auch in den anderen Dörfern noch erhalten:


Friedhof Hohenleipa
Friedhof Dittersbach
Nun stiegen wir zur Ruine der Grundmühle ins Kamnitztal hinab und folgten dann einem Bach bis Dittersbach.

Am Sonntag erklommen wir den Kaltenberg (Studenec, 736 m). Durch den schönen Paulinengrund folgten wir dem Lauf des Kreibitzbaches (Chřibská Kamenice). Dann ging es den Kaltenbach hinauf durch das gleichnamige Dorf (Studený).

Je höher wir kamen, um so kälter und windiger wurde es. 

Der Basalt-Gipfel war gänzlich mit einer verharschten Schneedecke verhüllt. Mutige bestiegen den 2009 wiedereröffneten Turm. Die Sicht war aber sehr trüb. Deshalb sollen Fotos aus besseren Tagen den herrlichen Ausblick zeigen:

Blick vom Turm nach Nordwesten (22.04.12)

Auf dem oberen Bild geht der Blick über Hohenleipa in die Sächsische Schweiz. Die Zschirnsteine (links) und der Große Winterberg (rechts) sind deutlich zu erkennen.
Auf der Südseite kann man über eine der Blockhalden weit ins Lausitzer Gebirge blicken: Ganz hinten, in der Mitte, erkennt man sogar den Jeschken (Ještěd) bei Reichenberg (Liberec). Rechts erhebt sich der regelmäßige Kegel des Kleis (Klíč):

Blick nach Südosten (14.11.10)
Über eine herrliche Wiese südlich des Kaltenberges liefen wir weiter und in in einem Bogen um das Kaltenbachtal zum Ort Kaltenbach (Studený) zurück. Dabei begegneten wir einer Herde Gämsen an einer Wildfütterung und erschraken über einen Rotwildkadaver am Wegesrand. Auf einem lieblichen Sandsteinriff machten wir Rast, als sich die Sonne kurz blicken ließ:

  
Für den Rückweg nach Dittersbach wählten wir die sogenannte Steinrinne:












Zu Silvester wanderten wir über aussichtsreiche Wiesen nach Schemmel (Všemily). Blick über Dittersbach zu den Dittersbacher Felsen: Wilhelminenwand, Marienfelsen (Mitte), Rabenstein:



In Schemmel gibt es etliche gut erhaltene Umgebindehäuser und eine berühmte Felsenkapelle:


Felsenkapelle
Alte Schule
Schemmel mit Rosenberg

Noch mal hoch und runter erreichten wir abermals die Grundmühle an der Kamnitz, machten eine Pause und tippelten nun zu acht weiter hinauf nach Hohenleipa (Vysoká Lípa) und auf den Schloßberg. Der bietet eine herrliche Aussicht in fast alle Richtungen. Nach Osten geht der Blick zu den Dittersbacher Felsen und dem Lausitzer Gebirge mit dem Tannenberg (Jedlová) und dem Kaltenberg (Studenec):



Im Süden thront der Rosenberg über Hohenleipa. Nach Westen sieht man bis zum Hohen Schneeberg und den Zschirnsteinen:


Blick nach Westen
Kaltenberg










Nach einem fröhlichen Silvesterabend machten wir uns am Neujahrstag zu einem letzten Latsch auf. Wir liefen über Schemmel und dann einen unbekannten Grund nach Süden hinauf zum Ottenberg (Větrný vrch). Trotz der trüben Sicht und eines frischen Windes wagten sich drei Iwalker hinauf, um die grandiose Sicht über die Böhmische Schweiz zu genießen.


Blick vom Ottenberg nach Südwesten

Mit einer letzten Einkehr im „Dřevák“ gingen die schönen Tage würdig zu Ende...

Samstag, 15. Dezember 2012

Zum Rabenauer Grunde

Neue Brücke beim Bahnhof Rabenau

Bereits zum vierten Male fand unsere Adventswanderung mit der obligatorischen Einkehr im "Gasthaus zum Rabenauer Grunde" statt. Dieses Jahr brachte uns nicht die Bimmelbahn nach Malter, sondern der Bus bis zur Dippser Heide. Der Eisregen hinterließ hier draußen deutlich weniger Glätte, als auf den Fußwegen der Stadt. Bei leichtem Niesel tippelten wir zügig auf gespurten oder geräumten Wegen, aber stets im matschigen Schnee durch die Dippser Heide. Das große Tauen hatte begonnen. Über die Heidemühle und den Einsiedlerstein erreichten wir bald Seifersdorf. Nun begleiteten wir die Rote Weißeritz auf ihrem Weg nach Norden durch den Spechtritzgrund und den Rabenauer Grund. Pünktlich gegen 13 Uhr kamen wir nach 3,5 h Gelatsche am Gasthaus an. Wir 12 Iwalker (w:m = 6:6) wurden erwartet und waren bis 15 Uhr auch die einzigen Gäste. Einmal mehr wurden wir mit allerlei raffinierten Speisen verwöhnt und von der Wirtin informativ und humorvoll unterhalten. Die Bilder sprechen für sich (Danke, Zwinki). Gegen 16 Uhr machten wir uns mit der S-Bahn auf den Heimweg. Nun kann der Weihnachtsmann ruhig kommen, wenn er will...


Rote-Beete-Orangen-Suppe

Wurzelsüppchen
Spaghetti aglio olio peperoncini


Hackschnitzel
Lammhaxe

Honigapfel

Mittwoch, 21. November 2012

Lausitzer Bergland

Genau wie vor einem Jahr machten sich immerhin 13 Iwalker zu einer gemütlichen Tour ins Lausitzer Bergland auf. Der Zug brachte uns pünktlich bis ins Steinbruchdorf Demitz-Thumitz. Vom Bahnhof liefen wir zügig zum Klosterberg. Zahlreiche Steinbrüche im Lausitzer Granit haben interessante Strukturen in die ansonsten wenig abwechslungsreiche Landschaft gebracht. Kleine und große, stillgelegte und aktive, finstere und offene Löcher klaffen im und am Berg. Überwachsene Halden, alte Mauern, Fundamente und Säulen, alte Feldbahntrassen finden sich überall im Wald und zeugen von einem einstmals regen Bergbau.


Stillgelegter Steinbruch

Aktiver Steinbruch

 







Die Steinbrüche am Tröbigauer Berg laden im Sommer zum Baden ein.

Erst wenige Jahre stillgelegter Bruch
Bei recht milden Temperaturen, trübem, aber nicht nebeligem Wetter und einem frischen Wind tippelten wir nun rasch zum Picho, um in die dortige Baude einzukehren. Wanderer trafen wir unterwegs kaum. Dafür kamen wir an einer verwilderten Apfelbaumwiese vorbei. Etliche schmackhafte Früchte hingen noch an den Bäumen, wir füllten unsere Rucksäcke. Da die Baude aber auch mit dem Auto erreichbar ist, war sie zum Feiertag entsprechend gut gefüllt. Dennoch fanden alle Platz. Dicke Luft und ein gewisser DDR-Charme ertwarteten uns drinnen. Essen gut, Stimmung gut, alles gut... Zum Bahnhof Wilthen war es dann nicht mehr weit, dunkel wurde es auch langsam. Fazit: Rundherum ein gelungener Feiertagslatsch.