Sonntag, 18. März 2012

Linkselbische Täler

Torstens Aufruf zur ersten Iwalk-Frühlingswanderung des Jahres fand Gehör. Gleich 17 gutgelaunte Ausflügler (Iwalker, Freunde und 3 Kinder) trafen sich in Gauernitz, um das liebliche Saubachtal hinaufzutippeln. Ein mildes Lüftchen wehte über die Wiesen, Klärchen sorgte für den ersten kleinen Sonnenbrand. Zahlreiche verwilderte Schneeglöckchen reckten sich empor. Ganz gemütlich machten wir an der Neudeckmühle eine Mittagspause, nicht die erste Pause und auch nicht die letzte. Es sollte eine pausenreiche Wanderung werden. Allerlei Leckereien gab es aus dem Rucksack. Der Weg führte uns über eine aussichtsreiche Höhe nach Röhrsdorf, wo wir die dortige barocke Kirche von 1739 besichtigten. Zurück ging es durch das Regenbachtal nach Gauernitz. Fast ein Osterspaziergang.

Saubach
Saubachtal
 
An der Neudeckmühle
Kirche zu Röhrsdorf
Im Regenbachtal
Blick übers Elbtal und Radebeul zum Keulenberg

Samstag, 25. Februar 2012

Weißeritzhänge

Kaum war der Schnee aus den tieferen Lagen zurückgewichen, trauten sich die ersten munteren Iwalker an die frische Luft. Die Weißeritzhänge zwischen Tharandt und Elde Krone sollten das Ziel für eine gemütliche, kleine Runde sein. Immerhin 9 Erwachsene (w:m = 5:4) und 4 Kinder folgten dem Aufruf. Der Zug brachte uns bis Edle Krone. Dann ging es die Katzentreppe empor auf einen Felszacken. In seichtem Gefälle folgten wir dem Pionierweg wieder hinab ins Weißeritztal. Die ersten Bärlauchblätter am Wegesrand waren schnell verzehrt. Nun stiegen wir am Harthenbach hinauf zur Stillen Liebe und zum Aussichtspunkt "Waldblick". Trotz der straffen Briese, die uns durchwedelte, hielten wir eine ausgiebige Rast. Nun folgten wir dem schmalen Pfad an der Hangkante bis zum Sonnentempel oberhalb von Tharandt. Noch konnte man durch die kahlen Bäume die Stadt erkennen. Im naturnahen und geschützten Laubwald (Buche, Eiche, Esche, Ahorn, Linde, Hainbuche, Birke, ...) fielen etliche der seltenen und geschützten Eiben (Taxus baccata) auf. Schließlich entschieden wir uns dazu, den Leitenweg bis Freital-Hainsberg zu laufen. In Hainsberg West nahmen wir die S-Bahn zurück nach Dresden.

Die Wilde Weißeritz an der Katzentreppe

Bach am Pionierweg
Der Harthenbach an der Stillen Liebe
Der Harthenbach an der Stillen Liebe
Gneisfelsen an der Stillen Liebe
Rast am "Waldblick"

Sonntag, 1. Januar 2012

Zittauer Gebirge 28.12.2011 – 01.01.2012

Wer noch einmal so richtigen DDR-Charme (sowohl bei der Einrichtung als auch beim Personal) erleben möchte, der sollte unserem Beispiel folgen und einen Aufenthalt in der Jugendherberge "Dreiländereck" in Jonsdorf buchen. 7 erwachsene Iwalker (w:m = 5:2) und 5 Sprößlinge ließen sich aber nicht die gute Laune verderben und machten das Beste aus dem Silvesterausflug. Nachdem wir uns am Anreisetag mit allen Ge- und Verboten der JH vertraut gemacht und uns mit der kulinarisch grottenschlechten Versorgung abgefunden hatten, machten sich alle auf, die Jonsdorfer Mühlsteinbrüche mit ihren bizarren Felsgebilden zu erwandern. Bis auf Schneereste und die Berggipfel der Lausche und des Hochwaldes zeigte sich die Landschaft noch in grünbrauner Farbe. Ein Besuch auf dem zerklüfteten Nonnenfelsen rundete den Tag ab. Heftiges Schneetreiben in der Nacht verzauberte die Landschaft in Nu in ein Wintermärchen. Dennoch erkundeten wir die Felsenburg Oybin bei dichtem Schneefall. Während sich das Hauptfeld gen JH trollte, wollten Zwinki und ich den Kampf mit dem Wetter aufnehmen. Über Scharfenstein (keine Sicht), Große Felsgasse und Hochwald tippelten wir straffen Schrittes weiter über Hain nach Jonsdorf. Während Teile der Damen- und die vollständige Kinderwelt zu Silvester nach Zittau zum Shoppen und Kulturgucken zogen, unternahmen Gudrun, Elke, Zwinki und ich eine landschaftlich sehr leckere Tour von Lückendorf zur Fuchskanzel (Straßberg), querfeldein zum fast unbekannten Hühnerberg (Kohoutovy Vrch) mit Gipfelbuch und dann auf den Pfaffenstein (Popova Skala), von wo aus der Rundblick in Teilen prächtig war. Schneetreiben und Sonne mit Fernblick wechselten sich ab. Angesichts der Sonne und des tiefen Schnees oben hoch über der grünbraunen Landschaft war es ein seltenes Erlebnis und insgesamt nicht mörderisch anstrengend. Die überschüssige Sivlesterfeierenergie konnten wir im mit Rentnern überfüllten Kulturhaus bei Livemusik der übelsten Sorte, gefühlten 30 °C, aber gutem Essen freisetzen. Das ich das noch erleben durfte! Völlig beglückt packten wir nach dem Essen die Mandoline ein und machten es uns bis zum Anstoßen in der JH gemütlich. Am Neujahrstag war der Winterzauber schon wieder vorbei. Bei Tauwetter ging es heimwärts.

Mühlsteinbrüche, Schwarzes Loch
Lausche
Fuchskanzel: Kraftwerk Turow
Hochwald

Samstag, 17. Dezember 2011

Pillnitz – Bad Schandau

Eine richtig lange und anstrengende Tour sollte es noch einmal im alten Jahr werden, zu der sich drei Iwalk-Männer um 8 Uhr in Pillnitz einfanden. Bei beständig graupelndem und nässendem, düster verhangenem Himmel und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt liefen wir zügig durch den Meixgrund, um warm zu werden. Aber spätestens an der Meixmühle waren alle ins Schwitzen gekommen. Weiter ging es über Reitzendorf nach Zaschendorf, auf den ersten "Berg", dann ein Stück Jagdwege, einen schlammigen Grund nach Bonnewitz hinunter, wo wir einem "Bettelmönch" auf seinem morgendlichen Spaziergang begegneten. Bald erreichten wir in Liebethal den gleichnamigen Grund und verließen ihn wieder in Lohmen. Nun kam ein etwas zähes Wegstück: die Straße durch das ganze Dorf hinauf. Beim Fleischer frischten wir unsere Wegzehrung mit einigen Knackern auf, die wir bei einer Mittagsrast in Rathewalde verzehrten. Nun schrumpfte unsere Gruppe um ein Drittel. In der zweiten Tageshälfte besserte sich das Wetter und die Sicht. Schnurstracks tipplten wir zum Hockstein. Nebelfetzen zogen aus dem Polenztal herauf. Hinab ging es durch die Wolfsschlucht und wieder hinauf durch den Schindergraben. Zufällig entdeckten wir Stufen im Fels, die uns auf kürzestem Wege auf den Ritterfelsen brachten, von dem man zur Burg Hohnstein blicken kann. Wir duchquerten eine Siedlung und erreichten den Schanzberg, wo sich eine Stellung von Napoleon befand, und von der sich herrliche Ausblicke bieten. Durch den Forstgraben trafen wir auf den Tiefen Grund und stiegen gegenüber den steilen Eulgrund zur Weitzdorfer Höhe hinauf. Auf dem sturmumtobten Gipfel kämpfte Klärchen mit schwarzen Wolken und zauberte mit dem im goldenen Gras gefallenen Neuschnee wunderbare Stimmungen. Lange hielten wir es da oben nicht aus, sondern wanderten durch die schlammige Nasenhöhle und den noch schlammigeren Forstgraben zur Kohlmühle im Sebnitztal. Noch zwei Anstiege waren bis Wustmannsdörfel zu bewältigen, dann bildete die Schloßruine den allerletzten "Gipfel" der Tour. Schließlich kamen wir um 16 Uhr in Bad Schandau an und die Fähre fuhr vor unserer Nase weg. Die 35-km-Wanderung mit etlichen Höhenmetern merkte man erst in den Knochen (oder Fußsohlen), als wir den Zug verlassen mußten... 

Liebethaler Grund
Ritterfelsen: Burg Hohnstein (10.12.11)
Schanzberg: Gickelsberg und Tanzplan (10.12.11)
Weitzdorfer Höhe: Zschirnsteine und Hoher Schneeberg
Weitzdorfer Höhe: Pfaffenstein und Lilienstein

Samstag, 19. November 2011

Schluckenauer Zipfel

Unangekündigt machten sich 6 zu allem entschlossene Iwalker auf, den Schluckenauer Zipfel auf unbekannten Wegen zu durchkreuzen. Das ungewohnte Verhältnis w:m = 1:5 läßt auf den Charakter der Tour schließen. Obwohl nicht öffentlich ausgeschrieben, wollen wir doch berichten. Bei 36 km wäre kaum noch jemand mitgekommen und je größer die Gruppe ist, umso langsamer kommt man voran. Das war dieses Mal von entscheidender Bedeutung. Die letzten 8 km liefen wir nur noch im Sturmschritt, um den Zug zu schaffen.

08:30 Uhr, Bf Neukirch West: Alle sechse fallen voller Tatendrang aus dem Zug. Gleich ging es straff 230 Höhenmeter hinauf zum Valtenberg, dann teils querfeldein über die Grenze nach Severni (Hilgersdorf). Der Ort ist nicht annähernd so besiedelt wie vor dem Krieg (1939: 1357 EW; 2001: 54 EW). Verfallene Häuser wechseln mit hübschen Anwesen und mit Brachen. Viele Grundstücke und die ganze Bachaue hat sich die Natur zurückerobert. Das macht für mich den Reiz dieser Gegend aus. Bei km 10,6 machten wir die erste Rast. So gestärkt erklommen wir den Jachym (Joachimsberg) mit seiner verfallenen Kapelle. Bald erreichten wir die Schloßruine am Teich in Lipova (Hainspach). Noch mal bergauf und bergab kamen wir nach Velky Senov (Großschönau) und querten Stare Hrabeci (Altgrafenwalde) und Knizeci, um schließlich den Höhepunkt unserer Wanderung nach km 23,3 zu besteigen: den Hrazeny (Pirschken). Mit 608 m ist er der höchste Berg des Lausitzer Berglandes. Basaltzacken krönen den aus der Granitscholle ragenden Gipfel. Nachdem wir bisher immer weiter nach Südosten ins Böhmische vorgedrungen waren, schwenkten wir nun auf Kurs Nordost. Zügig ging es durch Kunratice (Kunnersdorf) und das Karlovo Udoli (Karltal) mit seinem verwunschenen Landschaftspark. Die Zeit im Nacken wurden wir immer schneller, stürmtem quer über die Wiesen von Kralovstvi (Königswald) und erreichten die Grenze erst im Dunkeln. Erschöpft und froh zugleich trafen wir nach 36,0 km auf dem Bahnhof Neusalza-Spremberg um 17:oo Uhr ein, 6 min vor Zugabfahrt! Am schönsten ist es, wenn der Schmerz nachläßt!

Haus in Severni (Hilgersdorf)

Jachym (Joachimsberg)
Schloßteich in Lipova (Hainspach)

Hrazeny (Pirschken), Ostseite

Kralovstvi (Königswald)

Mittwoch, 16. November 2011

Lausitzer Bergland: Czorneboh

Der Buß- und Bettag bietet sich alljährlich für eine schöne Spätherbstwanderung an. Es sollte einmal mehr so werden. In ausgewogener Mischung fuhren wir (w:m = 6:5) mit dem Zug bis Bautzen. Der Anschlußbus nach Großpostwitz kam wegen des Feiertags als vollbesetzter Kleinbus vorgefahren. Aber Margit meisterte die Situation souverän. Nur 20 min später brachte uns ein anderer zum Ausgangspunkt der Wanderung. Zügig tippelten 11 Iwalker das Cosuler Tal hinauf, durch das hübsche Dörfchen Cosul bis zur ersten Rast an der Pielitzhöhe. An einem als Tauchbasis genutzten Steinbruch gab es von Zwinkis Reformationsbrot zu naschen. So gestärkt erklommen wir mühelos den Döhlener Berg mit seinen schaurig zerklüfteten und bereiften Granitfelsen. Ein Stück weiter befragten wir am Teufelsfenster das Orakel. Doch Zwinki und Kathrin kamen ihm zu nahe. Am höchsten Punkt unserer Wanderung, dem Czorneboh (sorbisch: Schwarzer Gott; 561 m), kehrten wir in die gemütliche und gut gefüllte Gaststätte ein. Die Sicht vom Aussichtsturm war wegen der diesigen Hochdrucklage sehr eingeschränkt, aber nicht uninteressant, da wir uns über der Inversionsschicht befanden. Wie ein Blumenkohl ragte die Dampfwolke des Kraftwerkes Boxberg aus dem Dunst empor. Weiter ging es durch die bereiften Wälder zum Hochstein, auf dem wir uns ins Gipfelbuch eintrugen. Am Waldesrand vor Kleindehsa aßen wir noch von Kathrins Pflaumenkuchen. Die Sonne verschwand schon langsam am Horizont, als uns der Bus überpünktlich nach Löbau brachte. Somit kriegten wir noch auf die Minute den Zug nach Dresden... Ein Dankeschön geht an Margit für die Initiative und Organisation.

Cosuler Tal

Bereiftes Spinnennetz

Granitfelsen auf dem Döhlener Berg

Kletterversuche am Teufelsfenster

Vorwinterliche Stimmung

Hochstein

Sonntag, 23. Oktober 2011

Postelwitzer Steinbrüche

Die Felsenwelt der Sächsischen Schweiz sollte heute wieder mal unser Ziel sein. Die S-Bahn brachte uns 5 Iwalker (w:m = 3:2) bis Bad Schandau. Von dortaus liefen wir zum Luchsgehege am Aufzug hinauf. Weiter ging es an den Ostrauer Holzhäusern entlang zur Emmabank, von der man elbaufwärts ins Elbtal blicken kann. Den Zahnsgrund erreichten wir über das Meergründel. Im Gegensatz zu unserer Tour im zeitigen Frühling zog es uns nicht auf die (stark bevölkerten) Schrammsteine. Wir schlugen stattdessen den verborgenen Pfad am Beginn des Obrigensteiges ein, der nach kurzem Anstieg auf der Hangterasse unterhalb der Postelwitzer Steinbrüche verläuft. Vor über 100 Jahren stillgelegt zeugen nur noch die senkrechten, fast weißen Wände, zahlreiche herumliegende Blöcke und bemooste Mauern sowie jetzt als Hütten genutzte Steinbrecherhäuser vom ehemaligen Betrieb. Nahe des ehemaligen Wirtshauses "Zum guten Bier" lud eine sonnige Sitzbank zu einer ausgiebigen Rast ein. Von dort schweifte der Blick übers Elbtal bis zum Lilienstein. Auffällig war das häufige Vorkommen der nordamerikanischen Rot-Eiche (Quercus rubra), die hier einen zusagenden Standort gefunden hat. Der Neophyt hat sich inwischen eingebürgert und wird besonders vom Eichelhäher über weite Strecken verbreitet. Ein älterer Herr zeigte uns einen versteinerten Seestern an einem etwa 4 m hohen Block, den wir ohne dessen Hilfe nie gefunden hätten. Am Ende der Steinbrüche stiegen wir zum Fuße des Elbtalwächters auf. Von dem idyllischen Plätzchen bieten sich ähnlich schöne Ausblicke wie von der noch höher gelegenen Kleinen Bastei. Schließlich tippelten wir nach Schmilka hinab, wo uns der Zug wieder aufnahm.

Der Aufzug in Bad Schandau

Blick auf Falkenstein und Schrammsteine
Blick von der Emmabank zum Großen Winterberg
Rast an den Steinbrüchen

Am ehem. Wirtshaus "Zum guten Bier"
Blick von der Kleinen Bastei bei Schmilka