Sonntag, 13. Februar 2011

Borsberg, Jagdwege und Weinberge

Unter dem Motto "Nicht weit fahren und einen kleinen Latsch in der Umgebung machen" trafen sich 5 Iwalker und 2 Nicht-Iwalker (w:m = 4:3) am Rathaus in Pillnitz. Gestern noch vorfrühlingshafter Sonnenschein, lud heute heftiger Schneefall nicht gerade zum Wandern ein. Doch im Nu war die Landschaft zauberhaft weiß verzuckert und auch der Flockenwirbel hörte rasch auf. Die Tour wurde wunderschön! Es lief sich so gut, daß sich am Ende ungewollt 19 km summierten. Der eine oder andere Teilnehmer wird es nach dem vielen Auf-und-ab heute vielleicht gemerkt haben. Zügig liefen wir wegen der Kälte: Friedrichsgrund – Borsberg – Jagdweg über die Hohen Brücken – Doberberg. Vor dem eisigen Wind bewahrte uns eine Schutzhütte auf dem "Gipfel", der Blick reichte bis zum Hohen Schneeberg. Die erhoffte warme Stärkung in der Einkehr zur Feuerwache in Wünschendorf mußte leider ausfallen, weil die Gaststätte geschlossen hatte. Der Rückweg führte uns über den denkmalgeschützten historischen Dorfkern von Bonnewitz. Hübsche alte Bauernhäuser reihen sich Giebel an Giebel. Die Pension "Zum Rundling" zählt zu den schönsten Häusern. Der Gasthof hatte den Besitzer gewechselt. Statt "gutbürgerlicher Küche" erwartete uns ein Kuchenbuffet zur Eröffnung des neuen indisch angehauchten Was-weiß-ich-ganzheitlich-gesund-ommm. Seltsame Gestalten blasser Hautfarbe geisterten in weinroten Gewändern umher. Straffen Schrittes wanderten wir den Leitenweg zurück nach Pillnitz, vorbei an der Rysselkuppe und den Weinbergen. Ein Besuch im Parkcafé bei herzhaften und sehr schmackhaften Speisen rundete den Tag ab. Nur die Musik war nach einem Bier zum Einschlafen...

Friedrichsgrund
Hohe Brücken
Bonnewitz
Rysselkuppe

Sonntag, 16. Januar 2011

Café Saite und Heller

Gegen 10 Uhr trafen sich 11 gutgelaunte Iwalker zum Brunch im Café Saite im Hechtviertel und ließen es sich in unterhaltsamer Runde schmecken. Das Brunchangebot überzeugte. Hervorzuheben war die Mango-Möhren-Suppe mit Ingwer und Kokosmilch. Mmmm... vorzüglich! Die war derart köstlich, daß davon immer wieder genommen wurde.
Nachdem sich die Gruppe die Kutteln voll gehauen und die Wärme in der Gaststätte ein unerträgliches Maß erreicht hatte, bewegten sich 8 Iwalker zur Proschhübelstraße, um von dort eine Runde über den Heller zu drehen. Bei frühlingshaftem und sonnigem Wetter genossen wir zunächst die Aussicht von der abgeschlossenen Deponie am Proschhübel. Von dort bietet sich ein interessanter Blick über die gesamte Albertstadt, über den Heller bis hoch zum Flughafen im Norden. Nach Süden sah man über die ganze Stadt bis zur anderen Elbseite und dem Windberg. Im Westen schweifte das Auge bis zu den Radebeuler Weinbergen und im Osten reichte die klare Sicht bis zum Hohen Schneeberg. Für Adleraugen war sogar dessen Turm erkennbar! Weiter ging es durch den Landschaftspark am Proschhübel und am Knast vorbei hinauf zum Trümmerberg. Von seiner unbewachsenen Kuppe bietet sich ein ähnlicher Blick. Seine Hänge sind mit einem dichten Pionierwald bewachsen, der aus etlichen Gartenflüchtlingen besteht. Die einheimische Waldrebe (Clematis vitalba) umschlingt selbst große Bäume mit einem undurchdringlichen Geflecht, das eine dschungelartige Situation schafft. Nach steilem Abstieg durchstreiften wir das eiszeitliche Binnendünenfeld des Hellers. Seit 2009 führt ein Lehrpfad mit fünf Schautafeln durch das geschützte Gebiet. Im südlichen Teil befreite man die Dünen von dichtem Robinien- und Traubenkirschenbewuchs. Neophyten, deren Ausbreitungsdrang nur sehr schwer beizukommen ist. Ziegen und Schafe tragen seit einigen Jahren zunehmend erfolgreich zum Erhalt der offenen Heidelandschaft bei. Vereinzelt belassene Birken, Eichen und Kiefern geben dem Gelände einen parkähnlichen Charakter. Zahlreiche seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten haben im extrem trockenen, nährstoffarmen und warmen Heller eine Heimat gefunden. Im Schein der letzten wärmenden Sonnenstrahlen genossen wir die obligatorischen Muffins von Jens bei Kaffee und Tee.

Blick vom Proschhübel zum Knast
Flugversuche auf dem Proschhübel
Binnendünenlandschaft des Hellers

Sonntag, 2. Januar 2011

Böhmische Schweiz 31.12.10 – 02.01.11

Drei abenteuerliche Tage verbrachten wir zu elft (w:m = 7:4) in der tiefverschneiten Böhmischen Schweiz. Unser Quartier war die schon zweimal besuchte, gemütliche Kneipe in Hemmehübel (Kopec). Die 11 Iwalker reisten in drei Gruppen, zwei mit dem Auto, eine mit dem Bus bis Hihedo und dann weiter zu Fuß an. Für die einen war noch eine Skitour drin, für die anderen  ein Spaziergang. Zum Silvesterabend wartete unser Wirt mit einem schmackhaften 5-Gänge-Menü auf, das sich sehen lassen konnte. Einige lustige Spielideen ließen die Zeit bis zum Anstoßen rasch vergehen. Während im beengten 6-Mann-Schlafraum Hüttenstimmung aufkam, war die Stimmung im 4-Mann-Zimmer auf einem Tiefpunkt. Der antauende Schnee auf dem Dach tröpfelte an etlichen Stellen herein. Das bewog die vier, nur eine Nacht dort zu verbringen. Noch in voller Größe wagte unsere Gruppe am Neujahrstag den Aufstieg zum Wolfsberg (Vlci hora). Unbegangene Tiefschneeabschnitte zehrten an den Kräften. Der Gipfel entlohnte leider nicht mit Aussicht, aber mit einem herrlich bereiften Wald. Danach teilten sich unsere Wege. Vier reisten ab, zwei suchten den kürzesten Weg zur Kneipe und fünf tippelten den leichten Weg durch das Wolfsbachtal (Vlci potok) hinab. Drei sich in ihrer Größe steigernde Eisfälle gab es zu bewundern. Nach einem Abstecher zur Zeidlerburg (brtnicky hradek) führte uns der Weg über das Forsthaus Sternberg zurück zum Quartier. Den Abend verbrachten wir nun zu siebent mit Spielen. Am letzten Tag wanderten wir gemeinsam das traumhaft verschneite und von gefärbten Eisfällen gesäumte Zeidlerbachtal (brtnicky potok) hinunter. Nach der Trennung von den drei Busfahrern drehten die restlichen vier Iwalker die Runde durch das Weißbachtal und dann auf einem ungespurten, sehr anstrengenden Weg zurück zur Kneipe. Das Auto konnte schließlich nur mit Hilfe einer Schaufel und der Schubkraft aller verfügbaren Männer aus seiner Lage befreit werden. Trotz aller Unzulänglichkeiten der Herberge und des unerwartet beschwerlichen Laufens auf den Wanderwegen war es doch eine sehr schöne und erlebnisreiche Zeit.

Durch Zeidler (Brtniky)
Am Wolfsberg (Vlci hora)
Größter Eisfall im Wolfsbachtal
Eisfälle im Zeidlerbachtal
Eisfälle im Zeidlerbachtal
Vor der Kneipe in Hemmehübel (Kopec)

Sonntag, 19. Dezember 2010

Tharandter Wald

Trotz klirrender Kälte und tiefem Schnee trafen sich immerhin elf unerschrockene und gutgelaunte Iwalker (w:m = 8:3) zur Adventswanderung. Zunächst erklommen wir über vereiste Stufen wacker die Tharandter Burgruine. Nach dem Aufstieg zum Aussichtspunkt Heinrichseck war dann wirklich allen warm. Ab und zu ließ sich sogar Klärchen blicken und die Luft wurde immer milder. Auch das Laufen durch den märchenhaften Winterwald war weniger anstrengend als erwartet. Dann besuchten wir den beschriebenen Baumstumpf einer Altdouglasie (Pseudotsuga menziesii). Sie wurde 2003 mit 118 Jahren gefällt. Technische Daten: h = 38 m; BHD = 1,05 m; V = 7,52 fm. Daneben konnten wir noch einige lebende Exemplare bestaunen. Weiter ging es über die Warnsdorfer Quelle, den Zigeunerplatz und der Süntelbuche zum Café am Kurplatz in Hartha. Nach einer kleinen Stärkung erreichten wir recht schnell den Ausgangspunkt und konnten so überpünktlich in die gemütliche Gaststätte "Zum Rabenauer Grunde" einkehren. Zwei weitere Iwalker gesellten sich zur sichtlich angeheiterten Runde. Bei vorzüglichen Speisen und Getränken, der fetzigen Bedienung und den herzerfrischenden sächsischen Blödeleien blieb keen Ooche trocken. Orschwärbleede! Weiter so...

Tharandter Kirche
Heinrichseck
Blick auf Tharandt vom Heinrichseck
Tiefverschneiter Winterwald
Süntelbuche

Samstag, 6. November 2010

Schluckenauer Zipfel

Fünf zu allem entschlossene Iwalker (w:m = 2:3) ließen sich von der sehr feuchten Vorhersage des Wetterberichtes und der frühen Startzeit nicht abschrecken, eine landschaftlich sehr reizvolle Tour durch den Schluckenauer Zipfel zu drehen. Kaum auf dem Hp Taubenheim angekommen ging es forschen Schrittes nach Süden über die Grenze und durch das typisch tschechische Keinstädtchen Schluckenau (Sluknov). Markante Gerüche, abenteuerliche Bauwerke und ungenutzte Fleckchen ließen keinerlei Zweifel daran. Dann liefen wir durch einen verwilderten, unheimlich schaurigen Waldpark mit düsteren Teichen. Schließlich steigerte sich der Niederschlag beim Aufstieg zum Pirschken (Hrazeny) von Niesel in straffen Regen. Das hielt uns nicht davon ab, auf dem Berg einen Eintrag in das Gipfelbuch vorzunehmen und von Zwinkis Kuchen und Kerstins Bärlauchpesto zu naschen. Alles natürlich selbstgemacht. Der Pirschken ist der höchste Gipfel des Lausitzer Berglandes (nördlich der Lausitzer Überschiebung) und nach 12 km war auch die Hälfte unserer Wanderung geschafft. Nun trieb es uns rasch bergab über Zeidler (Brtniky) nach Hemmehübel (Kopec) in die gemütliche Kneipe, wo wir freudestrahlend vom Wirt mit Handschlag begrüßt wurden. Er machte uns in seinem köstlichen österreichisch-bayerischen Akzent, den er sich in 8 Jahren Arbeit in der dortigen Gastronomie angeeignet hatte, nicht nur seinen Rehrücken schmackhaft. Da wir die möglichen Abstecher zu den Mandauquellen oder zum Wolfsberg lieber links liegen ließen (Ha!) - Petrus wollte den Hahn einfach nicht zudrehen - lagen wir so gut in der Zeit, daß wir es uns in der Kneipe richtig gemütlich machen konnten und zum vorletzten Bus ab Hinterhermsdorf nicht hetzen mußten. So ging ein wirklich feuchtfröhlicher Wandertag zu Ende. Also, die 24 km sind wahrlich keine Hardcore-Wanderung geworden, auch wenn die 5 Iwalker dem harten Kern zuzurechnen sind! Man sagt, härter wäre nur das DDR-Klopapier gewesen!

Mystische Teiche

Aufstieg zum Pirschken (Hrazeny)
Blick über Zeidler zum Wolfsberg
Spätherbststimmung

Samstag, 23. Oktober 2010

Osterzgebirge

Bei schönstem Spätherbstwetter strahlten zwölf gutgelaunte Iwalker (w:m = 4:8) mit der Sonne um die Wette. Denn unsere Tour über die Steinrückenlandschaft des Osterzgebirges war vom Feinsten! Unser naturkundlich bestens bewanderter Führer Torsten (Danke!) wartete an jeder Ecke mit einer interessanten Erläuterung auf. Die Steinrücke ist ein besonders schützenswertes Biotop. Vom Bahnhof Geising liefen wir hinauf zum Steinbruch am Fuße des Geisingberges, um dann in einigen Ab- und Aufstiegen über die Bärensteiner und Johnsbacher Flur zum Haltepunkt Bärenhecke-Johnsbach zu tippeln. Beim Aufstieg wurde die Betriebstemperatur rasch überschritten. Doch auf den offenen Höhen kühlte der immer mächtiger blasende Wind diese um so schneller wieder ab. Also zog man sich ständig an und aus. An einem idyllisch gelegenen Rastplatz wurden wieder etliche selbstgemachte Speisen und Getränke verzehrt. Schließlich rundete "Ä Schälschn Heeßor" den herrlichen Tag in der Bäckerei Bärenhecke ab.

Geisingwiesen
Auf Bärensteiner Flur
Steinrücke
Steinrücke
Rast bei Bärenstein

Samstag, 16. Oktober 2010

Böhmisches Mittelgebirge II

Ein weiteres Mal nutzten wir zu fünft (w:m = 3:2) den Wanderexpreß bis Aussig (Usti). Bei nebelig trübem, aber weitgehend trockenem Wetter erklommen wir die Ferdinandshöhe (Vetruse). Die Ausflugsgaststätte ist vergleich bar mit dem Luisenhof und kann bald mit einer Seilbahn erreicht werden. Von hier bietet sich ein Blick auf Aussig und das von Bergen gesäumte böhmische Elbtal. Weiter ging es durch herrlich bunten Laubwald zum höchsten Wasserfall des Böhmischen Mittelgebirges. Das Wasser des Padloschiner Baches fällt senkrecht von einer 12 m hohen natürlichen Phonolitkante. Auffällig war das Vorkommen der seltenen Elsbeere (Sorbus torminalis), einer Verwandten der Vogel- und Mehlbeeren, die nur in wärmsten Lagen in Mitteleuropa gedeiht. Auch sie schmückte sich mit hübschen dottergelben Blättern. Zurück liefen wir über offene Höhen, die langsam verbuschen, und ließen uns Äpfel von verwilderten Bäumen schmecken. Zum Nachmittag besserte sich die Sicht erheblich und der Nebel gab den Blick auf die Höhen frei. Den heiteren Tag ließen wir mit einem lohnenden Besuch im Restaurant auf der Ferdinandshöhe (Vetruse) ausklingen.

Wasserfall
Wasserfall
Spitzahorn (Acer platanoides)
Herbstlich bunter Wald
Alte Hainbuche (Carpinus betulus)